Juli-Blog

In den Anfängen der Handy-Ära kam es häufiger vor, dass ich unfreiwillig Zeuge wurde von eigentümlichen Kommunikationsversuchen im Bus oder in der Bahn. Es ging darum, dem unsichtbaren Gesprächspartner zu erklären, wo man gerade war und was man dort tat. Da die Verbindung meistens schlecht war, bog sich der für mich sichtbare Gesprächsteilnehmer mitsamt Handy wie ein ungelenker Jogaschüler, und brüllte gleichzeitig:

„Bin im Bus, fahre zur Uschi!“

Diese Szenarien endeten irgendwann oder ich bekam sie nicht mehr so deutlich mit. Bis Samstagmittag im Kaufland auf dem Roll-Band zur Tiefgarage. Ein Mann vor mir mit prall gefülltem Einkaufswagen tönte ins Smartphone: „ Ich habe jetzt 3 Stücke Fleisch pro Person!“ Daraufhin musste wohl der unsichtbare Gesprächsteilnehmer etwas Kritisches angemerkt haben, denn der Mann auf dem Roll-Band sagte nun: „Quatsch, die Gabi isst doch keine 5 Stücke, die hat noch nie mehr als 3 gegessen.“  Es ging noch zwei oder dreimal hin und her, Namen fielen von Personen, über die man uneins schien, ob dieselben nun nur 2 oder doch gar 6 Stücke Fleisch äßen. Und nicht ein einziges Mal hieß es: „Dafür isst der Franz gar kein Fleisch!“

Ich bog dann ab, weil der Mann seinen Viehtransporter wohl in einer anderen Ecke der Tiefgarage geparkt hatte. 

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