Mi

08

Feb

2017

Mysteriöses 2017

Länger schon schrieb ich keinen Blog. Nun schreibe ich mal wieder einen. Den ersten in 2017.  Das hat folgenden Grund:  Ich hatte mal einen netten Blog-Kommentar, der ist seit ein paar Tagen fort, ich weiß gar nicht wohin. Aber er war aus Deutschland, was nicht verwunderlich ist, weil ich ein deutscher Autor bin, der in seiner Muttersprache schreibt. In den letzten Tagen erhielt ich 18 weitere Kommentare zu meinen Blogs, alle in Englischer Sprache. Nette Kommentare, Ermunterungen, Lob und so fort. Erfreulich. Schön. Und seltsam. Denn, was will mir das sagen? Welche Message steckt dahinter? - Sollte ich meine Bücher fortan in Englisch schreiben? Und wenn ja, wie sollte mir das gelingen? Ich bin nicht Günther Oettinger. - Das neue Jahr zeigt sich rätselhaft.            

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Di

01

Nov

2016

Was mir zur USA-Wahl noch einfällt

Die Clinton. Hat einige E-Mails zu viel geschrieben. Optisch macht sie nichts her. Keine Anhalts- und keine Sympathiepunkte. Den Trump, den kenne ich persönlich. Der war unser Nachbar, als ich so um die 16 Jahre alt war. Da wohnte der Trump gegenüber in seiner Klinkerbau-Villa. Doppelgarage. Fuhr zwei Autos. Hatte dunkelbraunes Haar, aber ähnlich albern frisiert wie heute, und er trug eine Brille.  Immer so ein bisschen von oben herab flanierte er über den Gehweg, grüßte auch manchmal, aber von oben herab. Ich dachte mir nichts dabei. Reicher Sack eben, aber total langweilig. Bis zu dieser Silvesternacht. Wir feierten im Partykeller. 12 waren wir.  Alle ungefähr 16 Jahre alt. Kurz vor Mitternacht standen wir auf dem Gehweg mit reichlich Sortiment an Knallkörpern und Raketen. Der Trump stand vor seinem Klinkerbau. Allein und ohne Sortiment. Einen dunklen Mantel trug er mit Fellkragen. Er sah zu uns herüber, ohne zu grüßen und flanierte von einer Ecke seines Grundstücks zur anderen. Na ja, dachte ich, jeder macht sich eben anders auf ins neue Jahr, warum nicht im Mantel mit Fellkragen herumflanierend. Es ging auf Mitternacht zu. Wir zündeten die ersten Raketen und Knallkörper. Und die zweiten und dritten. Und dann nahm der Trump Kontakt auf: „Wenn nur ein Knaller auf mein Grundstück fällt“, rief der Trump mit seiner Trump-Stimme, „ruf ich die Polizei!“ – Das war nun mehr als wir erwartet hatten. Quasi eine Einladung, eine Zielvorgabe für unsere restlichen Raketen und Knallkörper. Und so zielten wir alle Zwölf Partypeople an Trump vorbei auf sein Grundstück. Er sprang herum wie Rumpelstilzchen und stieß unverständliche Schimpflaute aus. Dann verschwand er in seinem Klinkerbau. Die Polizei kam jedenfalls nicht. Und dann ist er wohl vor Ärger nach Amerika rüber, der Trump. Ich denke mal die Beasty Boys werden ihn nicht wählen…   

 

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Mi

28

Sep

2016

September-Blog

Viel Sonne im September. Es ist so warm. Fast schon unwirklich warm für Mitte September. Ich bin unterwegs im Bochumer Ruhrpark. Und dort sitze ich nach dem Einkauf noch auf einer Bank in einer der mitunter nett arrangierten Sitzinseln. Ich könnte lesen. Aber ich lese nicht. Ich habe nichts zu lesen dabei. Ich schaue nur so in den Himmel. Eine Weile wohl und als ich damit aufhöre, also den Blick wieder in meine unmittelbare Umgebung richte, da sehe ich ihn nur wenige Schritte entfernt dort sitzen. Mir so halbschräg gegenüber. Der Malmsheimer. Kommt nicht oft vor in Bochum, dass man einen TV-bekannten Promi in der Öffentlichkeit halbschräg gegenüber herumsitzen sieht. Und so bin ich leicht irritiert. Denke zunächst daran, dass er womöglich gar nicht echt ist, oder schon echt, aber ein Doppelgänger, komme dann aber doch zu dem Schluss, dass vieles dafür spricht, dass er es wohl tatsächlich selbst ist, der Malmsheimer. Er wohnt schließlich in Bochum. Gleich denke ich auch an seinen ehemaligen Mitstreiter aus der Tresenlesen-Zeit, den Goosen, der ja nicht minder prominent geworden, mir allerdings weniger sympathisch ist. Nicht als Mensch, da kenne ich alle beide gar nicht, sondern als Künstler. Um ein Bild zu benutzen: Goosens literarisches Schaffen wirkt auf mich wie eine Blumenvase und zwar eine Blumenvase in der Grundfarbe weiß, auf der eine Sehenswürdigkeit der Stadt, etwa das Bergbaumuseum, abgebildet ist, aber eben  auch ein Ehepaar um die Fünfzig, auf jeden Fall ein gutbürgerliches Ehepaar um die Fünfzig den gutgelaunten Blick aufs Bergbaumuseum gerichtet. Der Mann trägt ein Hemd vorn mit einem Fußball und hinten mit einer Gitarre drauf und die Frau hat die Küchenschürze noch um. In der Blumenvase befindet sich ein Strauß Frühlingsblumen, Primeln oder meinetwegen auch Tulpen. Aber nur gelbe und weiße. Und wie ich die Vase so vor mir sehe, da denke ich wie ganz anders doch Schementhemen war, die Lesebühne von Myk Jung und mir. Bei uns gab es ausschließlich schwarze Blumen in der Vase. Und mit schwarzen Blumen (oder appen Füßen…) die aus einer Vase herausschauen, da wird man nur ganz, ganz, ganz selten ein TV-Promi. Und doch, so denke ich, es muss sie ja alle geben, die einen wie die anderen. Und Künstler ist schließlich Künstler, denke ich. Und warum sollte der Malmsheimer nicht auch von mir gehört haben? Er ist ja wie ich Bochumer, und ich habe bereits einige Male mit Bild in der Tageszeitung gestanden. Zwei Apothekerinnen haben mich schon darauf angesprochen und eine Verkäuferin. Derart eingestimmt, gebe ich mich zu erkennen, indem ich in seine Richtung nicke. Ich sage dabei kein Wort, nicke nur und schaue, so wie man nickt und schaut, wenn man behutsam und gleichsam eine Spur verschwörerisch andeuten möchte, jemand Gleichgesinnten zu kennen. Keinesfalls nicke und schaue ich so, dass der Malmsheimer fürchten muss, ich würde ihn bedrängen, sobald er zurück genickt hätte. Während ich also derart unverbindlich und doch zielgerichtet nicke, schaut der Malmsheimer in meine Richtung, allerdings reglos. Regungslos, ja vollkommen unbeteiligt, schaut er einfach durch mich und mein Nicken hindurch. Sogar ein bisschen grimmig schaut der Malmsheimer durch mich und mein Nicken hindurch, gerade so als würde er sich nun gar nichts aus schwarzen Blumen machen und keine Tageszeitung lesen, oder wenn doch, dann nur die Seite mit den Kochrezepten.     

 

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Di

26

Jul

2016

Juli-Blog

In den Anfängen der Handy-Ära kam es häufiger vor, dass ich unfreiwillig Zeuge wurde von eigentümlichen Kommunikationsversuchen im Bus oder in der Bahn. Es ging darum, dem unsichtbaren Gesprächspartner zu erklären, wo man gerade war und was man dort tat. Da die Verbindung meistens schlecht war, bog sich der für mich sichtbare Gesprächsteilnehmer mitsamt Handy wie ein ungelenker Jogaschüler, und brüllte gleichzeitig:

„Bin im Bus, fahre zur Uschi!“

Diese Szenarien endeten irgendwann oder ich bekam sie nicht mehr so deutlich mit. Bis Samstagmittag im Kaufland auf dem Roll-Band zur Tiefgarage. Ein Mann vor mir mit prall gefülltem Einkaufswagen tönte ins Smartphone: „ Ich habe jetzt 3 Stücke Fleisch pro Person!“ Daraufhin musste wohl der unsichtbare Gesprächsteilnehmer etwas Kritisches angemerkt haben, denn der Mann auf dem Roll-Band sagte nun: „Quatsch, die Gabi isst doch keine 5 Stücke, die hat noch nie mehr als 3 gegessen.“  Es ging noch zwei oder dreimal hin und her, Namen fielen von Personen, über die man uneins schien, ob dieselben nun nur 2 oder doch gar 6 Stücke Fleisch äßen. Und nicht ein einziges Mal hieß es: „Dafür isst der Franz gar kein Fleisch!“

Ich bog dann ab, weil der Mann seinen Viehtransporter wohl in einer anderen Ecke der Tiefgarage geparkt hatte. 

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